Warum StudivZ eine Dorfkneipe ist…

All die sozialen Netzwerke sind Dorfkneipen, in denen sich die Dorfgemeinschaft nach einem harten Tag auf dem Feld versammelt und sich die Geschichten des Tages erzählt, ein bisschen plaudert, etwas scherzt, über das Nachbardorf lästert und die gute Ernte lobt. Da hat der Peter der Hilde einen Antrag gemacht, aber die will nicht recht und die Kuh vom Jürgen hat gekalbt und wäre beinahe dran gestorben, die arme Kuh, und was wäre dann erst aus dem Jürgen geworden. Der hat ja ooch nischt. Aber haste eigentlich schon gehört, was de Bürgermeister machen will? Der will uff seinem Grundstück nen Wintergarten bauen…mich wundert es ja imme wieder, wo der eigentlich das Geld her hat…

usw.

usf.

Soll heißen: Die Inhalte unterscheiden sich formal kaum von der Dorfgemeinschaft, alles ein großes Zetern und Flirten und Werben und Drohen.Durch all die Netzwerke ist letztlich nur eine weitere Ebene der Kommunikaton für uns dazu gekommen eine weitere Möglichkeit, Kommunikation auszudifferenzieren: Ein Brief hat Gewicht (im wahrsten Sinne des Wortes), ein Telefonat schon weniger, eine E-Mail ist schnell gelesen und schnell gelöscht und die SMS mit ihren paar Zeichen Platz sowieso ein Unding. Aber ob man die neue Möglichkeit nun nutzt oder nicht, bleibt da trotzdem jedem selbst überlassen.

Letztlich verlängert sich so die Kette der Kommunikationstechniken immer weiter, wird immer subtiler und bleibt am Ende doch völlig egal, wenn niemand etwas zu sagen hat, abends in der Dorfkneipe, und alle schweigen und nur zaghaft eine leise Stimme sich ein weiteres Bier bestellt – oder vielleicht jemanden gruschelt.

JollyJ